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Tradition bewahren. Gemeinschaft leben. Zukunft gestalten.
Die Geschichte des Polizei-Sportvereins Schwerin e.V. ist eng mit der Entwicklung des Sports in Schwerin verbunden. Ihre Wurzeln reichen bis in das Jahr 1948 zurück. Seitdem haben gesellschaftliche Veränderungen, sportliche Erfolge und das Engagement vieler Menschen den Verein geprägt. Aus den historischen Anfängen entwickelte sich über Jahrzehnte eine vielseitige Sportgemeinschaft. Heute steht der PSV Schwerin e.V. für ein breites Sportangebot, gezielte Nachwuchsförderung, ehrenamtliches Engagement und die Überzeugung, dass Sport Menschen verbindet und jungen Menschen neue Perspektiven eröffnen kann.
1948–1953: Die Wurzeln des Vereins
Im Jahr 1948 wurde die Sportgemeinschaft Deutsche Volkspolizei Schwerin gegründet. Sie entstand in einer Zeit, in der der Sport in der sowjetischen Besatzungszone neu organisiert wurde und sich zunehmend staatliche Strukturen herausbildeten. Die Sportgemeinschaft entwickelte sich in den folgenden Jahren weiter. Besonders der Fußball gewann an Bedeutung. Im Jahr 1952 wurde die leistungsstarke erste Fußballmannschaft nach Rostock delegiert. Die in Schwerin verbliebene zweite Mannschaft übernahm den Platz im Spielbetrieb und führte die sportliche Entwicklung vor Ort fort. Mit der Gründung der zentralen Sportvereinigung Dynamo am 27. März 1953 wurde die Schweriner Sportgemeinschaft in SG Dynamo Schwerin umbenannt. Damit begann ein neuer Abschnitt ihrer Geschichte.
1953–1989: Sportliche Entwicklung und Tradition
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die SG Dynamo Schwerin zu einer festen Größe im Schweriner Sport. Der Fußball machte den Verein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Mannschaft etablierte sich über viele Jahre in der zweithöchsten Spielklasse der DDR und erreichte wiederholt die Aufstiegsrunden zur DDR-Oberliga. Doch die Geschichte der Sportgemeinschaft bestand nicht allein aus Fußball. Auch andere Sportarten entwickelten sich weiter und prägten das Vereins Leben. Insbesondere der Judo- und Ringkampfsport stehen für die lange Tradition von Training, Nachwuchsförderung und Wettkampfsport in Schwerin. Diese Entwicklung fand innerhalb des staatlich organisierten Sportsystems der DDR statt. Die damaligen politischen und organisatorischen Bedingungen unterschieden sich deutlich von den Strukturen eines heutigen, für die gesamte Bevölkerung offenen Sportvereins. Trotz aller Veränderungen blieb eine wichtige Grundlage bestehen: Sportliche Entwicklung braucht engagierte Trainer, verlässliche Strukturen, gemeinsames Training und Menschen, die ihre Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben.
1989–1990: Politischer Umbruch und ein historischer Pokalerfolg
Die politische Wende brachte tiefgreifende Veränderungen für den Sport und die Vereine der DDR. Auch die SG Dynamo Schwerin musste sich neu ausrichten. Am 17. April 1990 benannte sich die Fußballabteilung in Polizei-SV Schwerin um. Am 20. Juli 1990 folgte die Umbenennung der gesamten Sportgemeinschaft in Polizei-Sportverein Schwerin. In dieselbe Zeit fiel einer der größten sportlichen Erfolge der Schweriner Fußballgeschichte: der Einzug in das Finale des FDGB-Pokals. Am 2. Juni 1990 traf die Mannschaft im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark auf den 1. FC Dynamo Dresden. Nach einem umkämpften Spiel unterlag Schwerin mit 1:2. Der Finaleinzug bedeutete zugleich die Qualifikation für den Europapokal der Pokalsieger. Damit erreichte die Schweriner Mannschaft auch international eine Bühne, die für einen Verein aus der damaligen DDR-Liga eine außergewöhnliche sportliche Erfahrung darstellte.
Der PSV Schwerin im Europapokal
Im Herbst 1990 trat die Schweriner Mannschaft im Europapokal der Pokalsieger gegen den österreichischen Spitzenverein FK Austria Wien an. Das Hinspiel fand am 19. September 1990 im Rostocker Ostseestadion statt. Schwerin verlor mit 0:2. Im Rückspiel am 3. Oktober 1990 in Wien gelang der Mannschaft ein beachtliches 0:0. Die Teilnahme am Europapokal gehört bis heute zu den herausragenden Momenten der historischen Vereinsgeschichte. Sie steht für eine außergewöhnliche sportliche Leistung in einer Zeit, in der sich zugleich die politischen und gesellschaftlichen Grundlagen des Sports grundlegend veränderten. Die Fußballwelt steht Kopf – Schwerin im Europapokal | inkl. Video – SN-SPORT
1991: Neuordnung und eigenständige Wege
Nach der Wiedervereinigung wurden die Strukturen des Schweriner Sports neu geordnet. Auch innerhalb des Polizei-Sportvereins kam es zu Veränderungen. Zum 1. Juli 1991 verselbstständigte sich die Fußballabteilung und schlug einen eigenen Weg ein.
Der PSV Schwerin e.V. setzte seine Arbeit als Mehrspartenverein fort. Die übrigen Sportangebote und Abteilungen bildeten weiterhin die Grundlage des Vereinslebens. Damit entwickelten sich zwei unterschiedliche Wege: Der Fußball nahm eine eigenständige Entwicklung, während der PSV seine Arbeit als vielseitiger Sportverein fortführte und weiterentwickelte. Der heutige PSV Schwerin e.V. führt als rechtlicher Nachfolger der historischen SG Dynamo Schwerin deren Vereinsgeschichte in seiner Entwicklung als Mehrspartenverein weiter. Die historischen Wurzeln gehören damit auch zur Identität des PSV, auch wenn sich einzelne Sportabteilungen und insbesondere der Fußball nach 1991 organisatorisch neu aufstellten. Wichtig ist dabei die klare Unterscheidung zwischen der historischen SG Dynamo Schwerin und der später neu gegründeten SG Dynamo Schwerin. Die am 27. November 2003 gegründete SG Dynamo Schwerin ist ein eigenständiger Fußballverein. Die Verwendung des historischen Namens Dynamo begründet keine rechtliche Vereinsnachfolge. Der PSV Schwerin e.V. und die 2003 gegründete SG Dynamo Schwerin sind somit rechtlich und organisatorisch getrennt zu betrachten. Die Geschichte des historischen Mehrspartenvereins und die Geschichte des später neu gegründeten Fußballvereins dürfen nicht miteinander gleichgesetzt werden. Der PSV würdigt seine historischen Wurzeln und die sportlichen Leistungen vergangener Generationen. Gleichzeitig steht er heute für eine eigenständige Entwicklung als offener, vielseitiger Sportverein mit einem breiten Angebot für die Menschen in Schwerin.
Eine Chance für die Jugend – Sport statt Gewalt
Die gesellschaftlichen Veränderungen nach der Wiedervereinigung stellten gerade Kinder und Jugendliche vor neue Herausforderungen. In den 1990er-Jahren gewann deshalb die Frage an Bedeutung, wie junge Menschen Halt, Orientierung, Gemeinschaft und positive Zukunftsperspektiven finden können. Der Gedanke „Sport statt Gewalt“ steht für die Überzeugung, dass Sport weit mehr leisten kann als körperliche Ertüchtigung. Er bringt Menschen zusammen, vermittelt Regeln und gegenseitigen Respekt, stärkt das Selbstvertrauen und bietet die Möglichkeit, Konflikte fair auszutragen. Im Sportverein erleben Kinder und Jugendliche, dass sie dazugehören, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Ziele erreichen können. Sie erfahren Anerkennung für ihre Leistungen, lernen mit Rückschlägen umzugehen und entwickeln Fähigkeiten, die auch außerhalb der Sporthalle wichtig sind. Aus dieser Haltung heraus steht das Leitmotiv „Eine Chance für die Jugend“ für einen zentralen Bestandteil des Selbstverständnisses des PSV Schwerin. Jeder junge Mensch soll die Möglichkeit erhalten, seine Fähigkeiten zu entdecken, sportliche Ziele zu verfolgen und Teil einer Gemeinschaft zu werden – unabhängig von seinen sozialen Voraussetzungen oder seinem bisherigen Lebensweg. Diese Verantwortung bildet eine wichtige Verbindung zwischen der Geschichte des Vereins und seiner heutigen Arbeit.
Der PSV Schwerin heute – Breitensport, Leistungssport und soziale Verantwortung
Heute ist der Polizei-Sportverein Schwerin e.V. ein vielseitiger Breitensportverein mit rund 1.000 Mitgliedern in 16 Sportabteilungen. Er bietet Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren unterschiedliche Möglichkeiten, Sport zu treiben, Gemeinschaft zu erleben und persönliche Ziele zu erreichen. Der Breitensport bildet die breite Grundlage des Vereins. Er ermöglicht Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen den Zugang zu Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft. Dabei zählt nicht allein der sportliche Erfolg. Auch die ersten Schritte in einer neuen Sportart, das regelmäßige Training, persönliche Fortschritte und das gemeinsame Erlebnis sind wichtige Erfolge. Gleichzeitig hat der Leistungssport für Kinder und Jugendliche einen besonderen Stellenwert. Talentierte und besonders motivierte Nachwuchssportler erhalten die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten gezielt weiterzuentwickeln, an Wettkämpfen teilzunehmen und anspruchsvolle sportliche Ziele zu verfolgen. Breiten- und Leistungssport ergänzen sich dabei. Der Verein möchte möglichst vielen Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Sport ermöglichen und zugleich diejenigen fördern, die sich sportlich besonders entwickeln möchten.
Sportliche Förderung und persönliche Entwicklung
In den Abteilungen des PSV werden nicht nur sportliche Techniken und Fähigkeiten vermittelt. Die Kinder und Jugendlichen lernen auch Disziplin, Fairness, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein. Sie erfahren, wie wichtig gegenseitige Unterstützung ist und dass sich Einsatz und Ausdauer lohnen. Die langjährige Tradition im Judo, Ringen, Radsport, Sportgymnastik und im Schwimmen sowie die vielfältigen weiteren Sportangebote zeigen, wie unterschiedlich sportliche Wege aussehen können. Entscheidend ist, dass junge Menschen Unterstützung erhalten und ihre persönlichen Möglichkeiten entfalten können.
Engagement über den Sport hinaus
Der PSV Schwerin versteht sich nicht nur als Ort für Training und Wettkampf, sondern auch als Teil des gesellschaftlichen Lebens in Schwerin. Mit seiner Kinder- und Jugendarbeit, sozialen Projekten und Kooperationen möchte der Verein zusätzliche Chancen eröffnen und die Teilhabe am Sport fördern. Besondere Bedeutung haben dabei Angebote für Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer sozialen oder familiären Situation Unterstützung benötigen. Sport kann Begegnungen ermöglichen, Selbstvertrauen stärken und neue Perspektiven eröffnen. Getragen wird diese Arbeit von engagierten Trainerinnen und Trainern, Übungsleitern, ehrenamtlichen Helfern, Mitgliedern und Unterstützern. Ihr Einsatz ist eine wesentliche Grundlage für das Vereins leben und dafür, dass sportliche Angebote über Generationen hinweg bestehen bleiben. Der PSV steht allen Menschen offen, die Freude an Bewegung, Sport und Gemeinschaft haben. Eine Zugehörigkeit zur Polizei ist keine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft.
Unsere Geschichte ist unsere Verantwortung
Die Geschichte des PSV Schwerin e.V. erzählt von sportlichen Traditionen, gesellschaftlichem Wandel, außergewöhnlichen Erfolgen und neuen Anfängen. Sie erinnert an die Menschen, die den Sport in Schwerin über Jahrzehnte geprägt haben, und an diejenigen, die den Verein heute mit Leben füllen. Wir bewahren unsere historischen Wurzeln, entwickeln unsere Sportangebote weiter und schaffen Raum für neue Generationen. Der Breitensport öffnet Türen. Der Leistungssport eröffnet Ziele. Die Gemeinschaft gibt Rückhalt. Und die Kinder- und Jugendarbeit schafft Perspektiven.
Eine Chance für die Jugend – Sport statt Gewalt.
PSV Schwerin e.V. – Tradition. Begeisterung. Hingabe.
Unsere Logos im Laufe der Jahre

1953 – 1989

1989 – 1995

1995 – 2012

2012 – bis heute
